Petition zur Situation bi-nationaler Bürger und Menschen in Rheinland-Pfalz

Petition zur Situation bi-nationaler Bürger und Menschen in Rheinland-Pfalz
Kann Kurt Beck Verwandten helfen 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, Eltern, Groß-Eltern und Angehörige zu finden?
Mainz. 16. November 2010.(and) Am 16. November 2010 wurde eine Petition zur Situation bi-nationaler Bürger und Menschen in Rheinland-Pfalz und Frankreich an Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) gesendet. In der Petition geht es um Hilfe für Angehörige deutscher und französischer Soldaten und Offiziere, die seit 1945 ihre Eltern, Väter, Mütter oder auch Großeltern suchen. Oft werden den suchenden Kindern und Enkel-Kindern in der ersten und zweiten Generation, das meint den Verwandten der vermissten deutschen und französischen Soldaten und Offiziere, jegliche Informationen verweigert mit der Begründung bei den vermissten Soldaten und Offizieren würde es sich um Polizei-Geheimnisse oder militärische Geheimnisse handeln.

Es mag zwar richtig sein, dass Offiziere der französischen Armee, die im Jahr 1945 in Rheinland-Pfalz in Kaiserlsautern stationiert waren, tatsächlich Teil einer militärischen Geheimhaltungs-Struktur waren, doch 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945, ist es den Kindern und Enkel-Kindern nicht zuzumuten, dass diese auf Informationen zu ihren eigenen Eltern und Groß-Eltern verzichten sollen, aus angeblichen polizeilichen oder militärischen Geheimhaltungs-Gründen, da die französischen und deutschen Offiziere schon aufgrund ihres hohen Alters, so diese noch leben sollten, nicht mehr im aktiven Dienst der deutschen Wehrmacht oder der französischen Armee stehen können.
Das berechtigte Interesse und das Recht auf Information der suchenden Angehörigen, die ihre Eltern oder Groß-Eltern, seien es französische Offiziere oder deutsche Offiziere und Soldaten suchen, sollte heute, 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wesentlich höher bewertet werden, als polizeiliche oder militärische Geheimhaltungs-Vorgaben, die in der Zeit des Zweiten Weltkrieges oder in den Jahren im Anschluss gegolten haben. Die Petition an den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurz Beck (SPD) hat zum Ziel einer beträchtlichen Anzahl von Angehörigen und Verwandten, die vermisste französische und deutsche Soldaten oder Offiziere, oft seit mehreren Jahrzehnten suchen, zu helfen.
Der Autor der Petition und dieses Beitrages ist tunesisch-französisch-deutscher Journalist, Rundfunk-Journalist, Moderator, Fernseh- und Radio-Produzent, Autor von insgesamt neun veröffentlichten Büchern, Verleger und Herausgeber von British Newsflash Magazine, MJB Mission News, ISSN 1999-8414, Radio TV IBS Liberty sowie weiterer Medien und sucht seinen französischen Großvater, den ehemaligen französischen Offizier HEDI SABAOT, der im Jahr 1945 in Kaiserslautern in Deutschland stationiert war, bereits seit 1984.
Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes teilte in einer Antwort auf eine Anfrage mit, dass nur vermisste deutsche Soldaten gesucht werden. Die Angehörigen und Verwandten der vermissten französischen Soldaten und Offiziere sind hingegen bislang meist ohne jede Hilfe bei der Suche nach vermissten Verwandten. Die Petition will helfen, die Situation dieser angehörigen Menschen zu verbessern und Hilfe möglich zu machen.
Pressekontakt:
Andreas Klamm – Sabaot
French-German Journalist, Broadcast journalist, author, nurse (R.N.), paramedic, director, missionary and news correspondent
Französisch-deutscher Journalist, staatl. geprft.Gesundheits- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Missions-Leitung, Missionar, Nachrichten-Korrespondent
c/o Schillerstr. 31, D 67141 Neuhofen, Deutschland, Germany)
c/o 160 Greenford Road, Sudbury Hill – London, HA13QS, United Kingdom, Groß Britannien / Vereinigtes Königreich
Tel. 0049 6236 416 802, Tel. 0049 62 36 48 90 44, Fax.001 503 212 6883 (U.S.A.), email: andreasklamm@hotmail.com
16. November 2010
An
Herrn
Kurt Beck
Ministerpräsident
Staatskanzlei
Peter-Altmeier-Allee 1
D 55116 Mainz
Deutschland
email:
Kurt.Beck@stk.rlp.de
Feldpfad 1a
76889 Steinfeld
Telefon: 06340 716
Telefax: 06340 5080600
email: wahlkreis.mp.beck-steinfeld@t-online.de
Petition und Offener Brief zur Situation tri-nationaler und bi-nationaler Bürger und Bürgerinnen in Rheinland-Pfalz und in Deutschland / französisch-deutsche und deutsch-französische Bürger sogenannte « Mischlings-Kinder »
Anregung Unterstützung und Gründung eines Vereines zur Hilfe für die Situation tri-nationaler und bi-nationaler Bürger und Bürgerinnen in der direkten Folge des Zweiten Weltkrieges
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kurt Beck !
Als Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz haben Sie zwar reichlich Einfluß, doch vielleicht gibt es noch andere Menschen, die das Anliegen französisch-deutscher, tunesisch-französisch-deutscher, deutsch-französisch-tunesischer und deutsch-französicher Bürger und Bürgerinnen unterstützen können und wollen und daher schreibe ich Ihnen einen offenen Brief und Petitionals Anregung und als Bitte an Sie und an Menschen, die bereit sind die Anliegen bi-nationaler Bürger zu unterstützen. Wie Ihnen bekannt,ist das Jahr 2010 als 65. Jahrestag für die Kapitulation von Deutschland am 8. Mai 1945 vor den Allierten Siegermächten zu betrachten. Noch immer werden suchenden Angehörigen die Informationen vorenthalten. Wie Ihnen vielleicht bekannt suche ich seit meinem 16. Lebensjahr, seit dem Jahr 1984 nach meinem seit 1945 als vermisst geltenden Großvater HEDI SABAOT, der im Jahr 1945 als französischer Offizier, geboren in Tunis in Tunesien in Nord-Afrika in der pfälzischen Stadt Kaiserslautern stationiert war.
Die Suche nach meinem Großvater führte mich innerhalb von 25 Jahren in der Arbeit als Journalist, Rundfunk-Journalist, Autor, Radio- und Fernseh-Produzent, Verleger und Herausgeber von British Newsflash Magazine (seit 1986 ) und MJB Mission News, ISSN 1999-8414 (seit 2008, Groß Britannien und Deutschland) und Buch-Autor von insgesamt 9 veröffentlichten Büchern in alle fünf Kontinente dieser Welt.
Mit dem französischen Militär-Attache in Paris hatte ich zwar eine freundliche und herzliche Korrespondenz, doch 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird mein eigener Großvater HEDI SABAOT, französischer Offizier, stationier t1945 in Kaiserslautern, seither als vermisst geltend, 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges immer noch als sogenannte Militär-Geheimnis behandelt.
Mein Großvater HEDI SABAOT ist kein Militär-Geheimnis mehr und ich bitte Sie zu respektieren, insbesondere auch deshalb weil ich KEIN Einzelfall bin, sondern die Probleme dieser Art zahlreiche weitere Menschen betrifft, zu handeln und sich dafür einzusetzen, dass die Kinder und Enkel-Kinder FREIEN ZUGANG zu den Informationen erhalten, was mit den Angehörigen, seien es Eltern, Väter, Mütter, Großmütter und Großväter geschehen ist, erhalten dürfen. Dazu bitte ich zu prüfen, ob mit Ihrer freundlichen Unterstützung die Gründung eines Vereines möglich ist, der suchenden Familien-Angehörige bei der Suche nach den vermissten Angehörigen, die in der Folge des Zweiten Weltkrieges vermisst werden, helfen kann, vor allem wenn es sich um Angehörige nicht-deutscher Herkunft handelt.
Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes, den ich in die Suche bereits eingeschaltet hatte sucht nach einer Selbstaufkunft nur nach vermissten deutschen Soldaten, doch leider nicht nach vermissten FRANÖSISCHEN SOLDATEN. Daher halte ich die Gründung eines Vereines der Menschen, wie meiner Mutter, meinen Schwestern und mir und einer beträchtlichen Zahl weiterer Menschen hilft, die Angehörigen und die Informationen über den Verbleib von Angehörigen zu finden. Wie Sie wissen, waren 1950 die Zeiten noch andere. Meine Großmutter Marta Kolacz, geborene MAIER, musste Deutschland im Jahr 1950 für immer verlassen und wanderte nach Australien, Melbourne aus, weil sie die Verfolgung der damals noch von der Nazi-Ideologie indoktrinierten Menschen nicht ertragen konnte.
Doch 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, gibt es für mich als afrikanisch-europäischen Bürger und Journalist und als tunesisch-französisch-deutscher Bürger und Journalist sicherlich keinen Grund mehr, die Identität meines Großvaters HEDI SABAOT, der als französischer Offizer auch Frankreich, Deutschland und Europa im Dienst für den Frieden geholfen hat, zu leugnen. Rheinland-Pfalz ist ja ein Welt-offenes Land und Angehörige tri- und bi-nationaler Herkunft müssen ihre Herkunft und Urzwurzeln in verschiedenen Ländern sicher mehr nicht verleugnen. Gibt es einen Grund, weshalb meine Identität, als bi-nationaler oder tri-nationaler Bürger, Journalist, Rundfunk-Journalist, Autor, Verleger, Herausgeber, Moderator und Autor von 9 veröffentlichten Büchern verleugnet werden sollte aufgrund meiner afrikanisch-euorpäischen Herkunft ? Wohl kaum, da ich nicht vermute, dass Sie als Ministerpräsident oder die SPD als Partei, rassistische oder gar Ideologien der NSDAP NICHT gut heißen können oder unterstützen.
Da Sie bereits Mitglied mehrerer französisch-deutscher Institutionen sind, bitte ich Sie freundlichst zu prüfen, die wichtigen ANLIEGEN von Bürgern und Menschen, bi-nationaler oder tri-nationaler Herkunft, das meint in meiner Situation tunesisch-französisch-deutsch in zahlreichen anderen Situationen französisch-deutsch und deutsch-französisch zu unterstützen, vielleicht auch mittels der Gründung eines Vereines, der hilft die geschichtlichen Ereignisse aufzuarbeiten und vor allem Fotos und Informationen über den Verbleib geliebter Angehöriger zu erhalten, auch dann wenn diese als Offiziere für die französische Armee gedient haben. Wie Ihnen bekannt, gab es deutsche Soldaten, die sich in französische Frauen verliebten, denen nach dem Krieg die Haare kahl geschoren wurden und es gab, wie in der Situation meines Großvaters HEDI SABAOT auch französische Offiziere, die sich in deutsche Frauen verliebten. Mein Großvater HEDI SABAOT wurde in Tunis in Tunesien geboren und 1945 bis 1950 war es nicht einfach in Deutschland, in dem zuvor die Doktrin einer überlegenen, sogenannten “weißen Herren-Rasse” gegolten hat, für meine Großmutter und meinen Großvater zu bestehen.
Laut Präambel im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ist Deutschland und damit Rheinland-Pfalz zum DIENST für den FRIEDEN in dieser Welt verpflichtet und umso mehr bitte ich Sie heute auch in Ihrer Eigenschaft als Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz zu helfen und beizutragen, dass nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges, der so viel Unheil über die Menschen in Deutschland und Europa brachte, einen FRIEDENS-DIENST zu leisten, und auch den MENSCHEN ZU HELFEN, die seit mehreren Jahrzehnten nach vermissten Groß-Eltern, Groß-Mütter, Groß-Väter, Mütter und Väter suchen. Familien-Angehörige, seien es Groß-Eltern oder Eltern, die in der Folge des Zweiten Weltkrieges seit 1945 vermisst werden, dürfen 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr als Militär-Geheimnisse behandelt werden.
Als tunesisch-französisch-deutscher Bürger, Journalist, Rundfunk-Journalist, Autor, Buch-Autor, Moderator, Radio- und Fernseh-Produzent, Verleger und Herausgeber seit 1984 – seit mehr als 25 Jahren – der sich seit 1986 für internationale Völkerverständigung in der Arbeit in den Medien engagiert, habe ich auch im Dienst als wehrpflichtiger Soldat für 15 Monate bei der Luftwaffe der Bundeswehr in den Jahren 1988 bis 1989, im öffentlichen Dienst in der Arbeit für Presse und Medien seit 1984, im öffentlichen Dienst auch als staatlich geprüfter Gesundheits- und Krankenpfleger (ehemals tätig für zwei Universtitäts-Kliniken zweier Bundesländer und für kommunale Krankenhäuser in Trägerschaft von Landkreisen und Städten in Deutschland) auch wichtige Dienste nicht nur für Deutschland sondern auch für Frankreich, Groß Britannien und für Menschen aus einer Vielzahl weiterer Ländern nachweisbar geleistet. – Schon daher glaube ich, dass es nicht einen einzigen Grund dafür gibt, die Geschichte meines tunesisch-französischen Großvaters HEDI SABAOT, der Frankreich und in Deutschland im Jahr 1945 als französischer Offizier diente und meine eigene Geschichte und Identität und Urwurzeln zu verleugnen oder gar totzuschweigen und dies trifft sicher auch auf eine beträchtliche Anzahl weiterer Menschen zu, die in Rheinland-Pfalz umgangsprachlich noch heute als sogenannte “Mischlings-Kinder” bezeichnet werden.
Daher, werter Herr Ministerpräsident KURT BECK, bitte ich Sie ausdrücklich mit Ihren guten französisch-deutschen Beziehungen, den Menschen zu helfen, die 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges immer noch nach Ihren Angehörigen suchen und dazu beizutragen, dass die Informationen zu den vermissten Angehörigen des Militärs und der Verwandten in Deutschland, Frankreich, Tunesien und darüber hinaus auch in anderen Ländern im Rahmen eines DIENSTES für den Frieden für die suchenden Angehörigen freigegeben werden.
Das RECHT auf Information für die Angehörigen, Kinder und Enkel-Kinder, die ein berechtigtes Interesse haben, zu erfahren, was mit den vermissten Angehörigen, seien es deutsche oder französische Offiziere, geschehen ist ist, meiner Überzeugung nach höher zu bewerten, als die Wahrung sogenannter, militärischer Geheimnisse, 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Daher bitte ich Sie heute freundlichst um Prüfung und um Ihre werte Unterstützung und Hilfeleistung.
In der Anlage erhalten Sie noch Informationen zu den von mir 9 geschriebenen und veröffentlichten Büchern. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie vielleicht bei etwas Zeit und Ruhe das ein oder andere Buch von mir lesen können.
Vielen Dank im voraus.
Mit freundlichem Gruß
Andreas Klamm – Sabaot
Andreas Klamm – Sabaot
Französisch-(tunesisch)-deutscher Journalist, Rundfunk-Journalist, Autor, Radio- und Fernseh-Produzent, staatlich gerpft. Gesundheits- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Missionar und Missions-Leitung
Verleger und Herausgeber von Stadtmagazin Ludwigshafen / Vorderpfalz aktuell / 3mnews.org / RPF Rundfunk- und Programmarbeitsgemeinschaft für Film, Funk und Fernsehen seit 1984
Verleger und Herausgeber von British Newsflash Magazine, Radio TV IBS Liberty, IBS Independent Broadcasting Service Liberty seit 1986
French-German Journalist, broadcast journalist, author, nurse (R.N.), director, missionary and news-correspondent, publisher
www.andreasklamm.de.be
www.andreas-klamm.de.be
http://andreasklamm.radiotvinfo.org
www.andreasklamm.blogspot.com
Andreas Klamm, Journalist, staatlich geprüfter Gesundheits- und Krankenpfleger, Steuernummer: Umsatz-Steuer-Ident-No. DE 258678726, (Tax ID number), Finanzamt Ludwigshafen am Rhein, Rheinland-Pfalz, Deutschland (Germany)

Brandkatastrophe Ludwigshafen – Kamil Kaplan: "Ich danke ihnen tausendmal"


Bei der Brandkatastrophe in Ludwigshafen am Rhein vom 3. Februar 2008 musste Kamil Kaplan die schwerste Entscheidung in seinem Leben treffen. Um das neun Monate junge Baby Onur, seinen Neffen, vor den Flammen zu retten, warf Kamil Kaplan das Kind dem Polizisten der Polizei in Ludwigshafen, Hakki Paker, aus dem 4. Stock entgegen. Kurze Zeit später retteten Feuerwehrmänner sein Leben und das seiner Tochter. Ein großer Teil seiner Familie starb bei der Katastrophe. Das Foto links zeigt Kamil Kaplan während eines Fernseh-Interviews mit einem türkischen Fernseh-Sender und der englisch-internationalen Fernseh-Arbeitsgemeinschaft IBS Independent Broadcasting Service Leeds, IBS Television Leeds. Foto: 3mnewswire.org
Brandkatstrophe Ludwigshafen:
Kamil Kaplan: „Ich danke ihnen tausendmal“

Polizist und Opfer retteten das Leben von Baby Onur – Dokumentation, Bestands-Aufnahme und Einschätzungen zur Katastrophe

Von Leyla Ergin und Andreas Klamm
Ludwigshafen. 23. Februar 2008. Als mein Kollege des türkischen Fernsehens, Mertac Topan, weitere Kollegen aus der Türkei und ich, Kamil Kaplan (32) in einem nahe am Ort des Hauses in dem es zum Feuer kam, gelegenen Café treffen, steht der junge Kamil Kaplan sichtlich noch unter schwerem Schock. Am 3. Februar ist ihm und weiteren Menschen in der Stadt Ludwigshafen in Worte kaum fassbares Leid geschehen.

Am 3. Februar rettete Kamil Kaplan durch eine der schwersten Entscheidungen in seinem Leben das Leben des neun Monaten jungen Kindes Onur. Er warf Baby Onur aus dem 4. Stock einem Polizisten türkischer Herkunft, Hakki Paker, zwischen die Arme in ein „Rettungstuch“, das der junge Polizei-Beamte des Polizeipräsidiums Rheinpfalz aus seiner Dienstjacke in der Not bereithielt um das Leben des Baby´s vor dem tödlichen Rauch und Flammen zu retten.
Kamil Kaplan verlor bei der schlimmsten Brandkatastrophe in der Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein, seit dem Ende des 2. Welt-Krieges seine geliebte Ehefrau und einen großen Teil seiner geliebten Familie. Insgesamt neun Menschen, darunter drei Frauen, fünf Kinder und eine schwangere Frau mit ihrem noch ungeborenen Kind kamen ums Leben. 60 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, darunter 16 Polizei-Beamte und ein Feuerwehrmann, die das Leben von bis zu 47 Menschen retten konnten.
Kamil Kaplan braucht Gehstöcke zum Gehen weil er als Kind an Kinderlähmung erkrankte. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll er von Beruf Elektrofacharbeiter sein.

Die Fragen während des Fernseh-Interviews stellte ein weiterer Kollege des türkischen Fernsehens. Kamil Kaplan konnte in den ersten Stunden nach dem verheerenden Brand im Schock und den Eindrücken der Ereignisse nur in der türkischen Sprache sprechen:


Kamil Kaplan: „Danke an die Polizisten und Feuerwehrmänner“

Wie haben Sie sich gefühlt? Und was haben Sie gemacht, als sie es bemerkt haben, dass es brennt?
Kamil Kaplan: „Also, zuerst war ich sehr geschockt und ich zitterte vor Angst, meine ganze Familie war im Haus und ich hörte wie sie schrien.“

Wie kamen Sie auf die Idee Ihren Neffen, Onur, aus dem Fenster zu werfen?

Kamil Kaplan: „Das war so: Ich, mein Neffe, meine Schwester und mein Schwager, wir waren am Fenster um Sauerstoff zu holen, denn das Haus war nur noch von Rauch erfüllt. Zu uns schaute ein Polizist, wir hatten Augenkontakt, er sah mein Neffe und nickte mir zu. Ich spürte schon, dass er mir helfen wolle, gleich darauf zog er seine Jacke und öffnete sie. Ich küsste noch einmal meinen Neffen und warf ihn aus dem Fenster. Ich danke dem Polizist tausendmal. Nach alle dem, diesen Geschehen, sah ich wie meine Tochter aus dem Fenster schrie, ich ging zu ihr und wollte sie auch aus dem Fenster werfen, ich nahm sie und kletterte außerhalb dem Fenster, mit einer Hand hielt ich meine Tochter und mit der anderen hielt ich mich am Fenster fest. Am Ende hatte ich keine Kraft mehr und lies mich einfach fallen. Gott sei Dank retteten uns die Feuerwehrmänner, bevor wir runter fielen.“

Möchten Sie den Polizisten oder den Feuerwehr-Leuten noch etwas mitteilen
?

Kamil Kaplan:
„Dazu habe ich gar nicht das Recht und ich möchte auch so etwas nicht sagen, denn auch wenn sie Deutsche sind, sie haben uns geholfen, dank ihnen, bin ich und meine Tochter noch auf der Welt. Ich habe zwar meine Frau und einen großen Teil meiner Familie verloren, doch ich bin mir ganz sicher, dass die Feuerwehr und die Polizei ihr Bestes gegeben hat. Wie gesagt, ich danke ihnen tausendmal.“

Erste Einschätzungen zur Brandkatastrophe und der Nachfolgen


Wie können die unterschiedlichen Eindrücke und Zeitangaben in verschiedenen Medien und bei Zeugen und überlebenden Opfern entstanden sein?

1994 verunglückte ich durch einen Leichtsinns-Fehler auf der Autobahn A81 schwer. Ich bemerkte zwar noch rechtzeitig, dass ich von der Fahrbahn auf der Autobahn abgekommen bin, riss das Lenkrad nach links um nicht in den Acker neben der Autobahn ab zukommen und prallte dann allerdings frontal gegen die Mittel-Leitplanke. Da ich die Orientierung nach dem ersten Aufprall auf einen Außen-Begrenzung-Leitpfosten verloren hatte, schaltete ich das Fernlicht ein, um die Orientierung wieder zu erlangen.
Das machte das Erlebnis noch deutlicher für mich, und ich sah die Mittel-Leitplanke sehr deutlich auf mich zukommen, obgleich ich mit aller Kraft noch versuchte zu bremsen, war der Aufprall nicht mehr verhindern. Ich dachte nur noch. „Das war es.“ Dem war nicht so. Ich erlebte bei vollem Bewusstsein den Aufprall auf die Mittel-Leitplanke und wie sich das kleine Auto fünfmal überschlug. Irgendwann wünschte ich mir sogar, dass die Überschläge endlich aufhören würden. Das Fahrzeug blieb auf der rechten Fahrspur der Autobahn auf dem Dach liegen. Ein LKW-Fahrer half mir und verständigte Notarzt und den Rettungsdienst. Bei diesem Unfall wurden erfreulicherweise keine weiteren Menschen außer mir verletzt. Als die Rettungskräfte eintrafen, gab ich auf. Wohl am nächsten Tag wachte ich mit vielen Schläuchen, Kanülen und Dauerkatheter auf einer „fremden“ Intensiv-Station auf. In der Nacht als sich der Unfall ereignete, war ich auf dem Weg zur Arbeit in das Universitäts-Klinikum in Tübingen. Dort war ich als Gesundheits- und Krankenpfleger auf der Intensiv-Station der Herz-Thorax-Gefäß-Chirugie im Zweitberuf tätig.
Mein Zeitempfinden war während des Unfalls ein ganz anderes Empfinden. Der logische Verstand macht mir heute die Erklärung möglich, der Unfall kann bei einer Fahrgeschwindigkeit von 120 bis 140 Kilometer in der Stunde nur 30 Sekunden bis zu einer Minute gedauert haben, doch noch heute, wenn ich mich an die Ereignisse erinnere, fühle ich manchmal als habe sich der Unfall über mehere „gefühlte Stunden“ ereignet. Der Unfall geschah frühmorgens gegen 1.30 Uhr. Seit diesem Unfall habe ich verstärkt in der Dunkelheit große Probleme. Insgesamt drei Monate verbrachte in Krankenhäusern und in Physiotherapie zur Behandlung der Unfallfolgen.
In Ludwigshafen und Mannheim war ich vor nicht allzu langer Zeit nebenberuflich im Rettungsdienst tätig. Daher kenne ich genau die Einsatzzeiten der Rettungsdienste und es ist mir ebenso möglich, die Zeiten einzuschätzen, wie lange die Feuerwehr braucht bis zum Eintreffen am Einsatzort.
Doch auch in meiner privaten Freizeit wurde ich mehrfach Zeuge, in Ludwigshafen und in Mannheim von Unfällen im Straßenverkehr und damit automatisch aus Verpflichtung gegenüber Menschen in Not zum Ersthelfer. Es gab keinen dieser Einsätze als privater Ersthelfer, ganz ohne RTW, Medumat, Ulmer Koffer, nur mit einem Erste-Hilfe-Verbandskasten und Handschuhen ausgestattet bei dem ich nicht im Stillen dachte, „Kollegen, wo bleibt ihr?“, obgleich mir klar, ist, dass die Kollegen des Rettungsdienstes in der Regel nach 3 bis 7 Minuten am Einsatzort eintreffen.
Wenn Menschen sich in einer Extrem-Situation und in Lebensgefahr bei vollem Bewusstsein, wie bei der Brandkatastrophe in Ludwigshafen befinden, und dies zudem auch noch Zeugen in Not und verzweifelter Hilfslosigkeit beobachten, dann können wenige Sekunden, wie „gefühlte Stunden, Tage, Monate oder Jahre“ wirken.
Das kann ein Grund für die unterschiedlichen Zeitangaben von Augenzeugen sein, die von Zeiten bis zu 90 Minuten bis zum Eintreffen der Feuerwehr gesprochen haben. Beweisfotos, erschienen in einer türkischen Tageszeitung belegen, dass die Feuerwehr bereits wenige Minuten nach Eintritt der schlimmen Katastrophe am Einsatz-Ort auch mit der Drehleiter der Feuerwehr war.
Allerdings ging wichtige Zeit verloren, die das Leben von Menschen in schwerster Not und in Lebensgefahr hätte retten können. Nicht etwa weil die Feuerwehr zu spät kam, sondern weil nur sehr wenige Notrufe verspätet bei der Einsatzleitstelle der Feuerwehr in Ludwigshafen eingingen, berichtete Einsatzleiter Peter Friedrich von der Feuerwehr Ludwigshafen. Einen Notruf habe ein Polizist getätigt und dabei soll es sich um den einzigen „qualifizierten“ Notruf handeln. Die dokumentierten Protokolle belegen, dass die Feuerwehr, wegen des kurze Zeit zuvor stattgefundenen Karnevalsumzug bereits nach zwischen zwei bis drei Minuten am Einsatzort war. Auffällig war und ist, dass es sich bei dem Brand um „ein sehr schnelles Feuer“ handelte, berichtete Peter Friedrich in einem Fernseh-Interview.

Wie konnte es zu dem Verdacht auf einen möglichen Brandanschlag kommen?

Dieser Verdacht ist geradezu verständlich. In den Jahren 1933 bis 1945 fanden auch in Ludwigshafen und in der Region schlimmste Verbrechen gegen die Menschlichkeit statt. Vor 70 Jahren wurde die jüdische Synagoge in der Reichsprogromnacht von Nazis angezündet. Doch auch vor nicht allzu langer Zeit in den 90er Jahren und auch nach dem Jahr 2000 gab es zudem Brandanschläge in Solingen, Herne, auf Asylbewerber-Heime und am 19. Februar einen weiteren Brandanschlag auf ein von türkischen Immigranten bewohntes Haus in Marburg (Hessen) bei dem erfreulicherweise kein Mensch verletzt wurde. Dort ermitteln jetzt Polizei und Verfassungsschutz.
Schon daher ist es zu begrüßen, wenn türkische oder auch internationale und national unabhängige Ermittler und auch eine freie, international und unabhängige Presse und Öffentlichkeit die Arbeit der deutschen Behörden neutral beobachten.
Informationen des leitenden Oberstaatsanwalt Lothar Liebig zufolge, gab es im August 2006 einen Brandanschlag auf das Haus am Danziger Platz, das ausschließlich von Menschen türkischer Herkunft bewohnt wird. Die Täter hätte man damals nicht ermitteln können, ergänzte der Oberstaatsanwalt auf einer Pressekonferenz. Damals verübten die Täter den Anschlag offenbar mit Molotow-Cocktails auf das Haus in dem am 3. Februar neun Menschen, Kinder und Frauen starben.
Das lässt ohne Zweifel, Befürchtungen, Vermutungen und Verdächtigungen zu.
Zudem sagten zwei Mädchen im Alter von acht und neun Jahren mehrfach beim „deutschen“ Fernseh-Sender RTL und bei mehreren türkischen Fernseh-Sendern aus, sie hätten einen Mann gesehen, der das Feuer gelegt haben solle. Erst rund zwei Wochen nach der Brandkatastrophe wurde am 22. Februar bekannt, dass die Zeuginnen, ihre Aussagen widerrufen haben.
In Ludwigshafen am Rhein gibt es durch soziale Probleme sehr viele Spannungen und eine hohe Rate an erwerbslosen Menschen, die bei allen noch so gut gemeinten Anstrengungen keine bezahlte Arbeitsplätze finden können, weil es diese Arbeitsplätze weder im Rhein-Pfalz-Kreis noch in der Arbeiter- und Chemie-Stadt gibt. Der weltgrößte Chemie-Konzern, die BASF – The Chemical Company, musste offenbar sogar mehr als 10.000 Arbeitsplätze in den vergangenen Jahre abbauen. In der Folge von Frustration und Verzweiflung nahm auch der Zulauf zu extremistischen auch rechtsradikalen Gruppen leider stark zu.
Hier ist politisch verantwortliches Handeln einerseits gefordert, andererseits kann jeder Mensch dazu beitragen, gleich aus welchem Land auch immer, gerade den jungen Menschen und Menschen ohne bezahlte Arbeit eine sinnvolle Tagesgestaltung und soziale Sicherheit zu schenken, selbst wenn diese nicht im ersten Anlauf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz finden können.
Die sozialen Problem-Konflikte haben andere Ursachen. Schuld an diesen sozialen Spannungen sind weder Menschen deutscher Herkunft noch Menschen türkischer Herkunft. Ebenso wenig Schuld an fehlenden Arbeitsplätzen und fehlender sozialer Sicherheit sind kranke, alte und behinderte Menschen. Doch Jugendliche beider Seiten entwickeln ohne Arbeitsplatz und ohne Perspektiven auf soziale Sicherheit, Frust und Aggressionen, die sich leider gehäuft, gegen alte Menschen und sogar gegen die staatliche Autorität, repräsentiert durch die Polizei entladen.
Das löst an den ernsten sozialen Problemen nicht viel, sondern führt zu neuen ernsten Problemen in der gesamten Gesellschaft und zur Gefangenschaft in Gefängnissen. Damit steigt die Kriminalitätsstatistik einerseits und die Zukunft von jungen Menschen wird weiter zerstört. Denn mit einer eingetragenen Vorstrafe im polizeilichen Führungszeug ist es fast aussichtslos einen halbwegs vernünftigen Arbeitsplatz zu finden, der soziale Sicherheit bedeuten könnte.
Daher ist es wichtig, den jungen und auch alten Menschen, Perspektiven zu schenken, wichtige Werte zu vermitteln und erlernte Werte, wie internationale Zusammenarbeit, Solidarität, gemeinsam verantwortliches Handeln, Respekt vor dem Leben von Menschen, Güte, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, die Achtung von Menschenrechten und Menschenwürde zu erhalten. Wer dies in der Schule und ebenso wenig in der Ausbildung nicht lernen konnte, braucht die Chance solche Werte an anderen Orten und etwas später zu lernen. Dies ist möglich durch zahlreiche internationale Projekte, die vielleicht in der Stadt durch die Ereignisse des 3. Februar und den Nachfolgen entstehen können, sofern man nur das Gute zulässt. Die Verantwortung liegt dabei keineswegs alleinig beim Stadtrat. Man darf sich nicht immer nur auf politische Entscheidungsträger verlassen, sondern muss in eigener Initiative, Arbeitsgemeinschaften, Gruppen und Initiativen gründen und solches Engagement sollte an den nicht mehr sichtbaren Ländergrenzen in Europa und in der Welt sicher keinen Halt machen müssen.
Es ist ganz wichtig, dass wir alle lernen, die andere Art von Menschen zu achten und auch zu schätzen. Wären wir alle gleich oder gleich geschaltet, dann ist ein Prozess der Entwicklung nicht möglich. Erst die Kooperation und die Vielfalt von Menschen verschiedener Art bereichern jede Gesellschaft, gleich in welchem Land auch immer. Sie ermöglichen auch wichtige kreative Entwicklungen und den Fortbestand einer Gesellschaft. Wichtig ist es auch eben mit der anderen Art von Menschen und Gruppen leben zu können, denn von einer globalen Einheit, wie dies sich einige Menschen so sehr wünschen, sind wir noch viele Jahr weit entfernt. In den 17 Jahren nach der Öffnung der deutsch-deutschen Grenzen, in Berlin ist es noch nicht einmal gelungen, Menschen deutscher Herkunft aus dem Osten und Westen zu vereinigen. Ohne Zweifel ist dies möglicherweise im Bundestag gelungen, doch eben ganz sicher nicht in der Gemeinschaft aller Menschen in Deutschland.
Nicht wahrhaben wollen einer Katastrophe

Ein weiterer Grund für die vielen unterschiedlichsten Spekulationen der Ursache für die Brandkatastrophe in Ludwigshafen könnte ein recht einfacher, doch auch sehr ernst zu nehmender Grund sein: Das nicht wahrhaben wollen einer Katastrophe. Es ist manchmal ein Schutzmechanismus des menschlichen Körpers, des Geistes, der Seele und Psyche in schwierigen Situationen um zu überleben: Wahrheit zu verdrängen.
Ein Beispiel von vielen, das ich allerdings persönlich erleben musste: Am 4. Februar 2000 verstarb der Ehemann meiner Mutter und dreifache Familienvater an den Folgen einer schweren Rauchgas-Vergiftung und schwerster Verbrennungen nach einem Autounfall in der Nähe von Otterstadt im Rhein-Pfalz-Kreis.
Weder meine Schwestern, meine Mutter und ich konnten die Berichte der Polizei verstehen. Wir ergründeten daher, soweit wie möglich, die Vorgänge in jener Nacht in der der Unfall Ende Januar vor acht Jahren stattgefunden hat.
Wir rekonstruierten sogar mittels Telefonrechnungen, dass unser Vater noch eine Minute vor seinem schweren Unfall ein Telefonat mit seinem Mobilfunk-Telefon führte und verstanden immer noch nicht wie das Einsatz-Auto fast komplett im vorderen Bereich ausbrennen konnte.
Wir hatten sogar die Straße vermessen, Zeugenbefragungen durchgeführt, die einen lauten Knall gehört haben wollen, der möglicherweise durch das Zerplatzen der Blaulichter entstanden sein könnte. Der Unfall geschah nach einer Übung bei der Rettungshundestaffel. Einer der beiden Rettungshunde konnte sich aus dem brennenden Auto befreien und bellte vor dem Hoftor eines Anwohners. Unsere Recherchen ergaben, dass der in den Flamen kämpfende Feuerwehrmann noch selbst die Scheibe einer Hintertür eingeschlagen hatte, damit der Rettungshund Hilfe verständigen konnte. Der zweite Rettungshund wurde durch die Feuerwehrmänner, eingeschlossen im brennenden Fahrzeug gerettet.
Die Feuerwehr wurde gerufen, löschte den Brand und entdeckte dann im vom schwarzen Rauch erfüllten Fahrzeug eine Person. Das Dach des Fahrzeuges wurde abgetrennt. Zwei Notärzte kämpften noch vor Ort an der Unfallstelle um das Leben des ehemaligen Feuerwehr-Obermannes der Städtischen Berufsfeuerwehr von Ludwigshafen am Rhein.
Unsere „Ermittlungen“ der Familie hatten damals zum Teil absurde Formen in der Folge einer Schock-Reaktion angenommen. Das Suchen nach der Ursache führte soweit, dass wir nach dem die Kriminalpolizei und Brand-Ermittlungs-Experten das Fahrzeug untersucht hatten, wir es als den überlebenden Rest der Familie Stück für Stück absuchten, um irgendeinen Hinweis auf die Ursache des katastrophalen Feuers zu finden.
Von einem einzigen Einsatz-Fahrzeug, in dem mein Vater schwerste Verbrennungen erlitt, machte ich mehr als 100 Fotos, damit wir als Famile irgendwelche Hinweise finden könnten, die Auskunft über die Brandursache geben könnten.
Genauer könnte man das Phänomen auch als ein „Psycho-Trauma“ bezeichnen, das nach schweren Katastrophen und deren Folgen, nicht nur bei Zeugen, Beobachtern, Augenzeugen und Rettungskräften eintreten kann, sondern auch bei den betroffenen Familien-Angehörigen. Ein solches „Psycho-Trauma“ oder auch eine sogenannte „reaktive Belastungsstörung“ kann eine Therapie notwendig machen, wenn es den betroffenen Menschen nicht gelingt, schlimme Ereignisse und deren Folgen zu verarbeiten.
Zur Verarbeitung schlimmster Katastrophen brauchen Betroffene und angehörige Menschen sehr unterschiedlich lange Zeit. Im Jahr 2004 lernte ich ein Opfer der Brandkatastrophe von Ramstein (bei Kaiserslautern) kennen. Der junge Mann war damals ein junges Kind und wurde durch die Brandverletzungen zum Teil erheblich entstellt. Viele Jahre nach der Katastrophe kämpfte er immer noch mit den Folgen der Katastrophe. Bei einem Flugtag stürzten 1988 zwei Flugzeuge in die Zuschauer-Menge und explodierten. Kein noch so erfahrener Arzt könnte zeitlich genau bestimmen, wann ein Mensch eine Katastrophe oder die Folgen einer Katastrophe verarbeitet haben muss. Das ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Wenn ein Mensch gute Freunde und gute Therapeuten hat oder im Glauben getragen wird, kann eine Heilung schneller geschehen, als Menschen, die ohne Freunde von der Welt und sozial isoliert sind. Leider werden Unfallopfer und die Opfer von Katastrophen im Nachhinein durch zeitweise auch „Gefühls“-kalte Menschen nicht selten diskriminiert, was zu einer Verlängerung des Heilungsprozesses erlittener Psycho-Traumata (Verletzung von Seele, Psyche, Geist) führen kann, neben der rein physischen (körperlichen) Verletzungen, wie Knochenbrüche oder schwere Brandverletzungen.

Gutachten: Unfall mit Folge eines Kabel-Brandes

Erst nach Wochen, als meine Mutter das Gutachten von Brand-Ermittlungs-Experten auch einer großen Versicherungsgruppe in Deutschland erhielt, finden meine Mutter, meine Schwestern und ich etwas Frieden und Aufklärung über das was nachweisbar geschehen ist.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir alle gemeinsam mehr als ein Dutzend verschiedenster Theorien zur Ursache gedanklich konstruiert und versucht eine nach der anderen abzuarbeiten bzw. auch auszuschließen oder einzugrenzen.
Das Gutachten führte zum Ergebnis der tatsächlichen Ursache: In der Folge des zuvor stattgefunden Unfalls kam es zu einem Kabelbrand in der Anlage des Autos, das als Einsatz-Fahrzeug viele zusätzliche technische Sonder-Ausstattungen hatte.
Mit dem Erhalt des Gutachten hatten wir unsere Tätigkeit als Familien-„Ermittler“ abgeschlossen und die Zeit einer langen Arbeit der Trauer hatte begonnen. Denn unser aller Leben hat sich durch diese Ereignisse sehr verändert.
Wenn ein Mensch durch einen gewaltsamen und nicht natürlichen Tod plötzlich und unerwartet aus der Fügung einer gesamten Familie regelrecht herausgerissen wird, verändert dies sehr oft die gesamte Familie und deren Fügung.
Auf irgendeine Weise lebt der Ehemann und Familienvater im Herzen und in Gedanken dieser betroffenen Menschen weiter.

Gewalt-Reaktion nach Katastrophen-Nachrichten

Dass sowohl Menschen türkischer Herkunft und deutscher Herkunft zumindest verbal oder schriftlich in vielen Kommentaren Gewalt angekündigt haben ist auch nach der Brandkatastrophe in Ludwigshafen am Rhein rein menschlich betrachtet sehr gut verständlich. Diese Ankündigungen können auch Ausdruck einer tiefen Verzweiflung vieler Menschen sein. Weniger zu verstehen sind hier jedoch eindeutig Fremden-feindliche Kommentare oder Kommentare die sich gegen die türkische oder deutsche Nation richten.
Noch heute erinnere ich mich sehr gut daran, wie ich auf den Anruf gegen 2 Uhr morgens reagierte, als mir meine Mutter damals mitteilte, dass mein Vater sich schwerstverletzt auf der Intensiv-Station für Schwerstbrand-Verletzte V1 in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Ludwigshafen-Oggersheim im Sterben liegend befindet. Ich hatte einen Aschenbecher auf den Boden zertrümmert, fast nahezu die komplette Ausstattung meines Zimmers demoliert und wollte, damals hatte ich zuvor selbst einen Unfall, mit meinen Gehstöcken die Fensterscheiben meines kleinen Zimmers in Mannheim ausschlagen. Irgendeine gute Kraft hielt mich von dieser absurden Reaktion ab. Erst dann reagierte ich angemessen und machte mich schnellstmöglich auf den Weg von Mannheim zu meiner Mutter und meinen Schwestern nach Neuhofen.
Ein Polizei-Beamter und eine Polizei-Beamtin hatten ihr die Nachricht überbracht, dass ihr Ehemann im Sterben liegt. In den vier Tagen, in denen der Ehemann meiner Mutter und dreifache Familienvater noch lebte, haben sich kaum zu glaubende Szenen in Leben der betroffenen Familienangehörigen abgespielt, die ich an anderer Stelle teilweise als Eindruck in einer Dokumentation zusammenfasste, als Teil einer Trauer-Arbeit.
Die Ereignisse von Ludwigshafen am Rhein erinnerten mich sehr schnell an zwei Katastrophen: Die Terror-Anschläge vom 11. September 2001, in deren Folge ich bereits im November 2001 nach New York reiste, um als freiwilliger Helfer in Amerika, Menschen zu helfen und an die Ereignisse im Jahr 2000, als der Ehemann meiner Mutter und dreifache Familienvater schwer verunglückte und an den Folgen eines Feuers starb.

Ludwigshafen: Gutachten kann Ursachen eindeutig erklären

Ähnlich, wie dies die Familie meiner Mutter, im Jahr 2000 auf sehr traurige Weise erleben musste, ist es auch für die Brandkatastrophe in Ludwigshafen zu erwarten, dass ein Gutachten von Brand-Ermittlungs-Experten nicht nur den betroffenen Familien türkischer Herkunft, sondern ungewöhnlich vielen Augenzeugen, Beobachtern, Einsatzkräften und Journalisten die Ursache der Brandkatastrophe in Ludwigshafen genau und präzise erklären kann und damit damit zum besseren Verständnis für viele Menschen beitragen kann.
Konfliktbewältigung und Trauer-Arbeit notwendig
Was Kamil Kaplan und alle weiteren überlebenden Menschen der Brandkatastrophe in Ludwigshafen jetzt brauchen ist die Chance auf eine angemessen lange Zeit der Trauer-Arbeit und der Konfliktbewältigung nach einer der schlimmsten Katastrophen, die sich nach dem Ende des 2. Welt-Krieges in Ludwigshafen vor rund zwei Wochen auf so tragische Weise im Leben vieler Menschen ereignete. Seine mit ihm überlebende Tochter braucht den Vater jetzt umso mehr voll und ganz, um die Geschehen verarbeiten zu können. Zudem ist es empfehlenswert wenn Psychologen helfen, die Geschehen aufzuarbeiten.
Auch wenn in Ludwigshafen jetzt vielleicht ein technischer Defekt mit der Verkettung sehr ungünstiger Umstände als Ursache, das Haus war im Innenraum offenbar überwiegend aus Holz gebaut, bekannt werden sollten, sind und bleiben die Ereignisse die schlimmste Katastrophe in der Stadt nach dem Ende des 2. Welt-Krieges und mit dieser Katastrophe ist kaum in Worte zu fassendes Leid verbunden für alle betroffenen Menschen.
Es hilft keinem Menschen, wenn jetzt neue und möglicherweise erneut falsche Verdächtigungen und Mutmaßungen gegenüber den Familien der Opfer entstehen, die selbst zu den überlebenden Opfern zählen. Damit würde eine Kriminalisierung der Opfer stattfinden und weiteres schwerstes Leid den Opfern zugefügt werden.
Es kann jedoch eine sehr große Hilfe für viele Menschen sein, nicht nur in Ludwigshafen, wenn sich Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen zu Gesprächen mit Besonnenheit zusammen finden, um von einander zu lernen, die Würde und Rechte des einzelnen Menschen zu respektieren und zu wahren, Konflikte gemeinsam ohne Gewalt zu bewältigen, Hilfe zu leisten, Verständigung für einander zu finden, Freundschaft aufzubauen und einen Friedensdienst zu leisten zu dem Deutschland aus seiner geschichtlichen Verantwortung verpflichtet ist.
In die Krisen-Interventions-Arbeit müssen rund 500 Einsatz-Kräfte von Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr und private Lebensretter mit einbezogen werden. Einige der Einsatzkräfte kündigten nach der Katastrophe in Ludwigshafen an, ihren Arbeitsplatz aufgeben zu wollen. Das ist ein typisches Zeichen für einen erlittenen Schock im Sinne eines Traumas der Psyche und kann der Beginn einer für Jahre andauernden „reaktiven Belastungsstörung“ sein. Für die Einsatzkräfte boten sich, wie auch für die Zeugen schreckliche Szenen, die kaum ein Mensch vergessen kann. In der Stadt Ludwigshafen und in der Region gibt es bereits zu viele Opfer zu beklagen.
Der gewaltsame nicht natürliche Tod eines jeden Menschen ist schlimm, besonders durch solche unerwartete Katastrophen. Besonders schlimm ist der Tod von so vielen Kindern und Frauen. Viel Zeit, Mitgefühl, Verständnis und weitere Hilfen werden notwendig sein, um mit der Katastrophe und den Folgen der Katastrophe umgehen zu können.
Doch diese Katastrophe bietet in den Nachfolgen auch die Chance, dass nach einer schlimmen Katastrophe, etwas Neues und etwas Gutes entstehen kann. Gemeint ist das bessere Verständnis und eine tiefer gehende Begleitung und Freundschaft zwischen Menschen deutscher und türkischer Herkunft oder unterschiedlichster Nationen. Das Angebot einer Städte-Partnerschaft zwischen Gaziantep (Türkei) und Ludwigshafen (Deutschland) könnte das erste richtige Signal in eine solche Richtung sein.
Die Menschen die ihr Leben verloren haben, können nicht wieder zurückgebracht werden, doch diese können in den Gedanken und Herzen ihrer Angehörigen vielleicht „weiterleben“ oder zumindest in lebendiger Erinnerung gehalten werden.
Die Katastrophe von Ludwigshafen hat vielen Menschen auch gezeigt, wie durch Spekulationen und unterschiedlichste offenbar falsche Gerüchte weitere Katastrophen etwa bis zum Eintritt von gefährlichen Unruhen oder unter Umständen bei noch schlimmeren Folgen einer Katastrophe bis zum Krieg zwischen zwei Nationen führen könnten. Erfreulicherweise wurden alle Auseinandersetzungen mit Ausnahme eines Zwischenfalles, einem Angriff auf einen Feuerwehrmann in Limburgerhof bei Ludwigshafen nur virtuell im Internet und in den Medien ausgetragen.
Wenn wir alle diese Gefahr erkennen und lernen, wie leicht aus falschen Vermutungen, die nicht den Fakten entsprechen, neue Gewalt und Kriege mit daraus resultierender Lebensgefahr für viele Menschen entstehen können, dann es ist vielleicht möglich in der Folge der Brandkatastrophe von Ludwigshafen noch in der Zukunft das Leben unzählig vieler weitere Menschen zu retten.
Rund 500 Einsatzkräfte konnten in Ludwigshafen das Leben von bis zu 47 Menschen retten. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen, Dr. Eva Lohse, fasste treffend den Zustand in wenigen Worten zusammen: „Eine Stadt in Trauer, Wut und Bestürzung.“
Jetzt ist es wichtig, dass der schlimmen Katastrophe vom 3. Februar keine weitere noch schlimmere Katastrophen durch Gewaltausschreitungen folgen, sondern Verständnis für die andere Art, von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Hilfeleistung, Solidarität, Konflikt-Bewältigung, Frieden und Freundschaft.
Die Ursache für die Brandkatastrophe in Ludwigshafen ist bislang nicht bekannt. Für kommende Woche kündigte der leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig ein Gutachten von Brand-Ermittlungs-Experten über die Ursache zum Feuer in der Stadt an.
Fernseh-Interview
Das Fernseh-Interview vom 5. Februar 2008 bei IBS Television Leeds in türkischer Sprache ist auch bei YouTube bei der Adresse:

zu sehen.
DANKSAGUNG
Übersetzung
eines Teil des Beitrages von der türkischen in die deutsche Sprache: Leyla Ergin.
Besonderen Dank für die freundliche Unterstützung zu den umfangreichen Recherchen zur Dokumentation „Brandkatastrophe in Ludwigshafen“ an: Petra Karl, Dirk Grund, Mertac Toptan, Leyla Ergin, Hans-Jürgen Graf, Ismail Erel, Kani Top sowie der Pressestelle des Polizeipräsidiums Rheinpfalz, Michael Lindner, Simone Eisenbarth, Peter Friedrich, Günther Bock, Feuerwehr Ludwigshafen am Rhein, Oberstaatsanwalt Lothar Liebig, türkischer Kulturverein Ludwigshafen und vielen Lesern, Hörern, Zuschauern und Zuschauerinnen von IBS Television Leeds, IBS Independent Broadcasting Service Leeds, (Leeds, London, United Kingdom), 3mnewswire.org – Nachrichtenagentur und British Newsflash Magazine.

In memoriam / In Gedenken an:
Medine Kaplan (48), Hüyla Kaplan (31), Döne Kaplan (21), Dilara Kaplan (11), Karanfil Kaplan (4), Kamil Kaplan (3), Belma Özkapli (22), ILyas Calar (2), ve Kenan Calar (2)

Impressum / Editorial © 1986, 2000, 2007, 2008 by Editor: Andreas Klamm, Journalist, British Newsflash Magazine est. 1986 (Leeds, West Yorkshire, England)
Germany/ Deutschland: Schillerstr. 31, D 67141 Neuhofen, Tel. 0049 6236 416 802
United Kingdom: c/o 160 Greenford Road, Sudbury Hill, London, England, United Kingdom
email: andreasklamm@hotmail.com, editors@britishnewsflash.net
Verlag :: Publishing House: Grace MedCare Ltd., London, England, United Kingdom, British Newsflash Magazine est. 1986, Redaktion: Andreas Klamm

Tuerkei muss Luftangriffe im Nordirak beenden

Tuerkei muss Luftangriffe im Nordirak beenden
Berlin/Ankara. (red). 5. Februar 2008. „Es ist erschreckend, wie wenig Empoerung die massiven Luftangriffe auf nordirakisches Territorium hervorrufen“ bedauerte Norman Paech, aussenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE das Schweigen zu den 12-stuendigen Luftangriffen des tuerkischen Militaers auf 70 vermeintliche PKK-Stellungen im Irak. Paech weiter:
„Seit Monaten verletzt die Tuerkei mit ihren Luftangriffen irakisches Territorium. Unterstuetzung erhaelt sie durch die USA
. Die US-Geheimdienste liefern Informationen ueber das Gebiet, in dem sich bis zu 3.000 PKK-Rebellen aufhalten sollen. Aber auch die Bundesregierung macht sich mitverantwortlich. Sie schweigt beharrlich und laesst zu, dass die Tuerkei das Voelkerrecht verletzt und den Tod Unschuldiger in Kauf nimmt.
Die tuerkische Regierung muss die Luftangriffe im Nordirak beenden. Sie muss sich den Problemen ihrer Bevoelkerung annehmen. Dazu gehoert, dass sie endlich die kulturellen, politischen und sozialen Rechte der Kurden verfassungsrechtlich verankert und umsetzt. Dazu gehoert vor allem aber ein Bekenntnis zur Multikulturalitaet der Tuerkei, in der Menschen unterschiedlicher Kultur, Sprache und Religion friedlich miteinander leben wollen und koennen.
Die LINKE fordert die Bundesregierung auf, gegenueber der Tuerkei unmissverstaendlich klarzumachen, dass der derzeitige Kriegskurs absolut inakzeptabel ist. Dies sollte sie auch in den laufenden EU-Beitrittsverhandlungen zum Thema machen.“
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