Melanie Wery-Sims, DIE LINKE: „Gute Bildung für alle findet nicht statt“

Bildungspolitik und Haushaltsdebatte im Landtag Rheinland-Pfalz

Mainz. 12. Oktober 2020. (and). In einem Kommentar zur Haushaltsdebatte im Landtag von Rheinland-Pfalz, kritisiert die rheinland-pfälzische Spitzenkandidatin für die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Melanie Wery-Sims, DIE LINKE: „Gute Bildung für alle findet in Rheinland-Pfalz nicht statt.“ Die Politikerin setzt sich zudem für eine Verkleinerung der Schulklassen in Rheinland-Pfalz ein.

In einer Pressemitteilung, teilt die Landtags-Kandidatin und Politikerin mit Blick auf das Thema Bildungspolitik ferner mit: „Beim Debattenschwerpunkt Bildung zeigte sich erneut, dass Regierung und Opposition offenbar nicht willens oder fähig sind, die Lebensrealität der Menschen zu erkennen und diese in den haushalterisch geplanten oder geforderten Vorschlägen widerzuspiegeln. Wenn die Aufstockung des Etats fast zur Hälfte für Besoldungszwecke verbraucht wird, bleibt für anderes nicht mehr viel übrig. Regelrecht realitätsfern war die Behauptung von Staatsministerin Doris Ahnen, die Schulpolitik der Landesregierung hieße an erster Stelle „gute Bildung für alle“. Das ist ein Angriff auf alle, die in den Monaten des Lockdowns Probleme hatten, ihren Kindern ein wirkliches Home-Schooling zu ermöglichen. Mittlerweile wurden Lehreinnen und Lehrer mit Tablets und Notebooks ausgestattet, jedoch nicht einmal 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen. Grundlegende Voraussetzungen für eine gute Bildung werden weiterhin nicht geschaffen: Kostenfreiheit bei der Beförderung, den Lern- und Lehrmitteln und für ein warmes Mittagessen sind für alle Schülerinnen und Schüler dringend notwendig.“

Melanie Wery-Sims, DIE LINKE, will kleinere Einheiten für Schulklassen in Rheinland und kostenfreie Beförderung, Lehr- und Lernmittel und ein warmes Mittagessen für alle Schülerinnen und Schüler. Foto: Julia Bornkessel

Forderung für kleinere Klassen

Melanie Wery-Sims fordert zudem kleinere Einheiten für Schulklassen und erklärte weiter: „Ziemlich dreist finde ich die Aussage von Doris Ahnen, die Regierung habe für kleinere Klassen gesorgt. Die Gewerkschaft GEW geht von einer Klassengröße von 15 Schülerinnen und Schüler aus, um guten Unterricht sinnvoll gestaltbar zu machen. Davon sind unsere Gymnasien, Real-, Haupt- und Gesamtschulen noch immer weit entfernt. Im Gegenteil: Wenn ich bedenke, dass die SPD vor wenigen Jahren etliche Dorfschulen (auch Zwergschulen genannt) schließen wollte, was nur durch den massiven Widerstand von Kindern und Eltern – leider nicht überall – verhindert werden konnte, sehe ich rabenschwarz für die Zukunft der Bildungsversorgung in unserem Land.“

Vordringliche bildungspolitische Aufgabe bleibe für die DIE LINKE, Kinder unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft aus ihren Lebenskontexten heraus zusammenzuführen und Inklusion für Menschen mit Behinderungen und Lernschwächen zu schaffen. „Wir wollen, dass alle Kinder bis zum Abschluss der Sekundarstufe I gemeinsam lernen und Bildung für alle kostenlos zugänglich wird.“, so DIE LINKE-Politikerin Melanie Wery-Sims.

Neuwahlen beim Clemens-Beck-Verein / Vorstand bestätigt

Loblied für Schul-Freunde
Neuwahlen beim Clemens-Beck-Verein / Vorstand bestätigt

Von Andreas Klamm

Dudenhofen. – Der Vorstand des Vereines der Freunde der Clemens-Beck-Schule wurde am Montagabend auf der ordent­lichen Mitgliederversammlung neuge­wählt. Der bisherige Vorstand wurde mit einer Ausnahme komplett wiederge­wählt. Beisitzerin. Carla Kempf konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidieren. Sie wird dem Verein aber gerne mit Rat und Tat zur Seite ste­hen. Kassierer Peter Wüst und Schrift­führer Gerald Zürker tauschten ihre Am­ter.

Vorsitzender Klaus Müller blickte auf ein veranstaltungsreiches Jahr zurück. Zu den Top-Events zählen unter ande­rem das Spargelfest, bei dem der Löwenanteil der Einnahmen des Vereines erwirt­schaftet wurde, Schulan­fangs- und Schulentlassfeier und das Lotsenfest.
„Eltern, Schule und Schüler müßten für die Arbeit des Vereines ein Loblied singen.“, dankte Armin Tussing, seit drei Jahren Schullei­ter der Regionalschule, der Hauptschule und der Clemens-Beck-Schule (CBS), dem Freundes-Verein, herzlich.
Die Freunde der Clemens-Beck-Schule müssen sich keine Sorgen wegen fehlen­der Mitglieder machen. Die Mitglieder­zahl ist von anfangs 17 Mitgliedern auf 118 gewachsen.
Kassenprüfer Gustav Adlhoch und Jürgen Traxel konnten den Kassierer oh­ne Beanstandungen entlasten. Sie wer­den auch beim nächsten Mal wieder die Vereins-Buchhaltung prüfen. 1999 und 2000 war ein umsatzstarker Zeitraum. Auf der der Haben-Seite wurden viele Einnahmen durch die Feste gemacht
Hilfe für sozialschwache Schülerinnen
Auf der andere Seite hat der Verein auch mit hohen Summen in die Zukunft inve­stiert. Er zahlte für Kinder aus sozial­schwachen Familien, die Kosten für die Fahrt ins Landschulheim, so daß diese nicht alleine zurückbleiben mußten.
Er beteiligte sich an der Anschaffung von Computern für die Schüler, die jetzt im Unterricht eingesetzt werden können und an neuen Schul-Tafeln für die Grundschule. Lediglich beim Elternlotsendienst gä­be es derzeit einen Personalnotstand.
Ein Mitglied hat vorgeschlagen, auch Schüler als Lotsen einzusetzen. Bisher leisten Eltern und Mitglie­der des Vereines einen Lot­sendienst vor der Schule ab, um den Weg ihrer Kinder zur Schule sicherer zu machen. Mit der Verkehrsinsel sei der Weg noch ein Stück sicherer geworden. „Vielleicht wis­sen noch nicht alle Eltern, daß wir noch Verstärkung für den Lot­sendienst suchen.“, meinte Müller.
In Schnupperangeboten und -Tagen, ein neues Angebot des Vereines, können Schüler in verschiedenen Bildungsein­richtungen sich einen besseren Überblick über die Berufspraxis verschaffen. Ar­min Tussing referierte über die Entwick­lung und den Fortbestand der Regiona­len Schule.
INFO: Der neue Vorstand: Klaus Müller, Vorsitzender, Eva Zecherle, Stellvertre­terin, Gerald Zürker, Kassenwart, Peter Wüst Schriftführer. Beisitzer: Willi Gouasé, Ursula Schmitt, Otto Nörenberg.
Erst-Veröffentlichung: Speyerer Tagespost, 2000
Zweit-Veröffentlichung: British Newsflash Magazine, September 2007

Stuhlkreis in Kolb-Hauptschule hat AIDS und Sexualität zum Thema: HlV-Infizierte mahnt und klärt auf

Stuhlkreis in Kolb-Hauptschule hat AIDS und Sexualität zum Thema:
HlV-Infizierte mahnt und klärt auf

Von MOPO-Mitarbeiter Andreas Klamm
Speyer. – „Ihr seid die Generation, die vielleicht helfen kann, den Virus von der Bildfläche verschwinden zu lassen.“, hofft Ingrid W.. Sie ist dreifache Mutter und seit 18 Jahren HlV-positiv. Während ihrer Schwangerschaft beim dritten Kind entdeckten die Ärzte ihre Infektion mit der tödlichen Immunschwäche-Krankheit.
Sie steckte sich beim Mann an. Ihr Kind wurde durch einen Kai­serschnitt entbunden und ist ge­sund. AIDS ist aus der Öffentlich­keit und dem Bewusstsein der Menschen verdrängt. Dagegen ist die Bedrohung an der tödlichen Immunschwäche zu erkranken, keineswegs gebannt.
„Die Schüler wollen mehr wis­sen.“, erklärte Klassen-Lehrer Michael Schmidt. Im offenen Stuhlkreis versammelten sich 34 Schüler der Klassen 9a und 9b mit ihren Lehrern der Kolb-Hauptschule am Dienstagmorgen zur Aufklärung gegen AIDS.
Nach anfänglicher Zurückhal­tung fragten die Schüler munter und gezielt zum Tabu-Thema. „Wie spürt man AIDS?“, „Sind Küsse gefährlich?“, „Sind die Tests zu 100 Prozent sicher?“.
Diplom-Psychologin Monika B. gibt Entwarnung: „Durch Küsse kann man sich nicht anstecken.“ Selbst die Verwechslung einer ge­brauchten Zahnbürste sei unbe­denklich. Sobald das Virus mit Sauerstoff aus der Luft in Verbin­dung trete, werde es inaktiv.
Richtig gefährlich wird es beim ungeschützten Geschlechtsver­kehr. Die Top 4 der möglichen Übertragungswege: Blut, Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch tragen die höchste Virenlast. „Gegen HIV gibt es keine Impfung und keine Heilung. Die Krankheit verläuft immer noch tödlich.“
Als Ingrid aus dem Krabbelsack ein Penis-Modell auspackt, sind die Schüler überrascht. Übung für die Praxis; Einer der Schüler traut sich und demonstriert mit Hilfe der ehren­amtlichen Referentin das richtige An- und Ausziehen eines Kondomes.
Die Motivation von Ingrid: „Als ich vor 18 Jahren an HIV erkrank­te, behandelte man unsere Familie, als hätte sie die Pest oder seien Aussätzige. Noch heute können betroffene Erkrankte nicht normal öffentlich über die Erkrankung sprechen.“ „Ihr seid in einem Al­ter, in dem ihre eure Sexualität entdeckt. Schnell kommt es zu unüberlegten Handlungen mit Folgen für ein ganzes Leben.“, er­gänzte Volker Bichel, DAK-Fachberater.
Die Deutsche Angestell­ten-Krankenkasse (DAK) finan­ziert die Aufklärungs-Kampagne aus gutem Grund. „Vorbeugen ist besser als heilen.“, so Bichel.
Erst-Veröffentlichung: Speyerer Morgenpost, 1. April 2004
Zweit-Veröffentlichung: British Newsflash Magazine, August 2007