Brandkatastrophe in Ludwigshafen: Stimmung nicht weiter durch Spekulationen anheizen

Brandkatastrophe in Ludwigshafen: Stimmung nicht weiter durch Spekulationen anheizen
Berlin/Ludwigshafen/Ankara. (red). 7. Februar 2008. „Spekulationen über die Ursachen der Brandtragödie in Ludwigshafen schaden dem friedlichen Zusammenleben in der Bundesrepublik“, erklärte die migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE und stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe, Sevim Dagdelen. Medien und Politik in beiden Ländern seien aufgefordert, die Stimmung nicht weiter anzuheizen:

„Rassistische Übergriffe gehören in der Bundesrepublik leider zum Alltag. Noch vor Beginn der Ermittlungen gemachte Erklärungen von Politikern wie dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck, es gebe keinen fremdenfeindlichen Hintergrund, haben genauso zum Misstrauen und zur Verunsicherung beigetragen wie Spekulationen um eine Brandstiftung.
Wenn in Pressemeldungen von „Spannungen in deutsch-türkischen Beziehungen“ die Rede ist, sind alle gut beraten, von weiteren gegenseitigen Schuldzuweisungen Abstand zu nehmen. Ruhe und Besonnenheit zu bewahren ist das Gebot der Stunde.
Vertreter der Bundesregierung darf es jedoch nicht verwundern, wenn Erinnerungen an Moelln und Solingen wach werden. Ihr Versuch, diese Erinnerung im Zusammenhang mit Ludwigshafen zu verbieten, ist angesichts der täglich stattfindenden rassistischen Übergriffe in der Bundesrepublik vergebliche Mühe. Sie muss sich nämlich fragen lassen, was sie gegen den Rassismus und Neofaschismus wirksames tut.“
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Brandkatastrophe Ludwigshafen – Christian Baldauf: Trauer darf nicht in Wut umschlagen

Brandkatastrophe Ludwigshafen:
Christian Baldauf: Trauer darf nicht in Wut umschlagen
Ludwigshafen/Ankara. (red). 7. Februar 2008. Nach der Brandkatastrophe in Ludwigshafen hat der rheinland-pfälzische CDU Landes- und Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf eine voreingenommene Berichterstattung einiger türkischer Medien kritisiert. Gleichzeitig unterstützte Baldauf die von Ministerpräsident Kurt Beck vorgebrachte Kritik, dass hier „in völlig unzutreffender Weise“ die Helfer „desavouiert“ würden.

„Vor dem Abschluss der Ermittlungen – an denen ja auch türkische Experten beteiligt sind – sollten wir voreilige Schlüsse in die eine oder andere Richtung vermeiden.
Bislang gibt es keine tragfähigen Hinweise für eine Brandstiftung oder gar einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Wir alle sind bestürzt darüber, dass die Brandkatastrophe Menschenleben gekostet hat. Wir müssen aber aufpassen, dass diese Trauer nicht in Wut umschlägt und sich plötzlich gegen die Falschen richtet. Ich habe deshalb kein Verständnis dafür, dass nun Feuerwehrleute unter Polizeischutz gestellt werden mussten, denn es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sie nicht rechtzeitig zur Stelle gewesen sind.“
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